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Klöckner: "Zu viel landwirtschaftliche Nutzfläche geht an Siedlung und Infrastruktur verloren"

Forscher sehen im extensiven Energiepflanzenanbau eine Lösung

Jeden Tag gehen in Deutschland über 100 Hektar Land für Siedlung und Infrastruktur verloren. Ein beträchtlicher Teil davon ist wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche. "Dieser Verlust ist nicht hinnehmbar, wenn die Gesellschaft die großen Herausforderungen Welternährung, Rohstoffversorgung und Klimaschutz meistern will", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesagrarministerin, Julia Klöckner, heute in Birkenfeld bei der Übergabe eines Förderbescheides an die Fachhochschule Trier. Dort untersuchen Forscher, inwieweit der extensive Energiepflanzenanbau dazu geeignet ist, Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen.

Bei solchen extensiven Landbausystemen mit nachwachsenden Rohstoffen könnte ein Ausgleichspflichtiger Zahlungen an einen Landwirt zum Anbau von Energiepflanzen leisten. Das Konzept "Schützen durch Nutzen" wäre sowohl ein Gewinn für die Natur als auch - durch die Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen - für Landwirtschaft und Wertschöpfung im ländlichen Raum sowie für die Gesellschaft und das Klima. Mit fast 1,5 Millionen Euro unterstützt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) daher den Praxistest des Projekts "ELKE" "Entwicklung extensiver Landnutzungskonzepte für die Produktion nachwachsender Rohstoffe als mögliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen" – des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Fachhochschule Trier.

Hintergrundinformationen

Bauherren müssen Naturschutz-Ausgleichsflächen finanzieren, wenn sie andernorts zum Beispiel durch den Bau von Straßen naturnahe Flächen verbrauchen. Mit den Mitteln, die bislang in den Kauf von Flächen für Ersatzmaßnahmen investiert wurden, könnte in Zukunft - mit Zustimmung der zuständigen Behörden - der extensivierte landwirtschaftliche Anbau von Energiepflanzen unterstützt werden.

Bei dem Konzept ELKE führen die Landwirte selbst die ökologischen Ersatzmaßnahmen durch. Sie verfügen weiterhin über ihre Flächen und bauen extensiv Energiepflanzen oder Pflanzen für die stoffliche Nutzung zum Beispiel in Form von Kurzumtriebs- oder Wertholzplantagen an. Die finanziellen Mittel, die die Bauherren als Verursacher der Ausgleichsmaßnahme zu tragen haben, würden dann nicht mehr überwiegend für den Ankauf von Flächen verwendet, sondern in einen Fonds gezahlt, der die Mindereinnahmen der Landwirte kompensiert. Ein großer Vorteil: Biotopflächen könnten weiträumiger vernetzt werden. Zudem würden Landwirte Rohstoffe wie zum Beispiel Holz produzieren, die auch im Rahmen regionaler Wirtschaftskreisläufe vermarktet werden.

Für die Anerkennung als ökologische Ersatzmaßnahme ist nun der praktische Nachweis der ökologischen Wertigkeit notwendig. Die entsprechende Begleitforschung wird von unterschiedlichen Partnern in vier Modellregionen in Bayern, dem Saarland, Brandenburg und Niedersachsen durchgeführt. Die erzeugte Biomasse soll in allen vier Modellregionen an regionale Anlagen vermarktet werden. Auch Partner aus der Wirtschaft beteiligen sich an dem Projekt. Der hessische Heizungsbauer Viessmann und der badische Energieversorger Badenova entwickeln derzeit eigene Projekte, die das ELKE-Konzept umsetzen.

Betreut wird das Vorhaben im Auftrag des BMELV von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.fnr.de.

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