Grußwort zur Verleihung des Axel-Bohl-Preises zum Thema 2010: "Informieren, Präsentieren & Probieren – frische Ideen für unsere Gäste"
- Datum:
- 25.01.10
- Ort:
- Berlin
- Redner:
- Bundesministerin Ilse Aigner
Es gilt das gesprochene Wort!
Anrede,
In meiner Heimat Rheinland-Pfalz hat ein gutes Essen und ein Gläschen Wein traditionell einen hohen Stellenwert. Wir genießen gerne – insbesondere natürlich unsere heimischen Spezialitäten.
Aber ein Bereich, der einem beim Thema Genuss eher weniger in den Sinn kommt, ist die Gemeinschaftsverpflegung. Das finde ich persönlich sehr schade – denn wir essen heutzutage mehr als früher außer Haus und nehmen dabei auch die Angebote der Gemeinschaftsverpflegung immer häufiger und vor allem regelmäßiger in Anspruch.
UND: Oftmals ist es auch nicht gerechtfertigt! Es gibt mittlerweile viele Beispiele, die zeigen, dass auch und gerade in der Gemeinschaftsverpflegung Qualität und Genuss Hand in Hand gehen. Und sich bei akzeptablem Preis zu einem geschmacklich hervorragenden und gleichzeitig gesundheitsförderlichen Angebot verbinden können.
Mitunter ist die Gemeinschaftsverpflegung sogar Impulsgeber für moderne Ernährungstrends, wie beispielsweise die Einführung von Salatbuffets in den frühen achtziger Jahren oder das Angebot von Menüs aus mehreren frei wählbaren Komponenten.
Die heutige Preisverleihung steht unter dem Motto "Informieren, Präsentieren & Probieren – frische Ideen für unsere Gäste". Dieses Motto gefällt mir sehr gut. Es zeigt, wie wichtig es tatsächlich ist, nicht nur Gutes zu tun, sondern auch darüber zu reden – sprich, zu informieren und zu präsentieren.
Nur so kann man das Image der Gemeinschaftsverpflegung auch in der Bevölkerung nachhaltig verbessern – und bis wir das erreicht haben, gibt es noch einiges zu tun. Bei Ihnen hier weiß ich mich an der richtigen Adresse. Denn Sie haben nicht nur verstanden, wie wichtig gemeinsames Essen und Trinken für die Gesundheit, aber auch für die Unternehmenskultur, das Miteinander in Schule und Kita oder das Wohlbefinden in Pflege- und Senioreneinrichtungen ist. Sie handeln auch danach.
Wir haben vor ziemlich genau anderthalb Jahren den Nationalen Aktionsplan IN FORM Besser Essen. Mehr Bewegen. ins Leben gerufen. Der Aktionsplan soll helfen, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Wir wollen informieren, motivieren und - wir wollen - Strukturen schaffen, die die gesunde Wahl für den Einzelnen erleichtern. Gute Ideen sollen sich verbreiten und Akteure vernetzt werden. DAS ist die Philosophie von IN FORM.
Die Gemeinschaftsverpflegung ist für uns dabei ein sehr wichtiger Anknüpfungspunkt; sie steht deshalb auch seit Beginn des Aktionsplans im Zentrum unserer Aktivitäten. Inzwischen liegen Qualitätsstandards für die Bereiche Schulverpflegung, Kita, Senioreneinrichtungen und Betriebsgastronomie vor. Standards für Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen werden noch in diesem Jahr folgen.
Die ausgewogene Zusammensetzung der Speisen, die Berücksichtigung von regionalen Besonderheiten und Traditionen, die appetitliche Präsentation der Gerichte und der Genuss – alles das macht die Freude am Essen aus - und bringt zufriedene Tischgäste. Hier sind der Innovationsfreude und Gestaltung wahrlich keine Grenzen gesetzt.
Damit Informieren und Präsentieren nicht "als Nebensache" vernachlässigt werden, nehmen beide Aspekte auch breiten Raum in den verschiedenen Qualitätsstandards ein, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in unserem Auftrag entwickelt hat.
In allen Standards wird neben den ernährungsphysiologischen und hygienischen Aspekten ganz besonderer Wert auf eine gute und verständliche Kommunikation mit den Gästen, das appetitliche und sorgfältige Anrichten der Speisen und das Schaffen eines angenehmen Ambientes bei den Mahlzeiten gelegt.
Um diesen Anspruch auf breiter Ebene zu verwirklichen, brauchen wir die gelungene Verbindung von Theorie und Praxis! Hier kommt dem Deutschen Institut für Gemeinschaftsverpflegung als einer bedeutenden Plattform für den neutralen Erfahrungsaustausch zwischen Praxis und Wissenschaft und - besonders hervorzuheben - auch der Nachwuchsförderung eine Vorreiterrolle zu.
Ich freue mich deshalb, den Preisträgern für ihre kreativen Ideen heute den Axel-Bohl-Preis des Deutschen Instituts für Gemeinschaftsverpflegung überreichen zu dürfen.
Übergabe des Alex-Bohl-Preises an die Preisträger gemäß Programm.

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