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Verleihung der Professor-Niklas-Medaille in Silber an Renate Schoene

Datum:
18.02.10
Ort:
Bonn
Redner:
Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

ich freue mich, dass Sie meiner Einladung zu diesem besonderen Ereignis gefolgt sind. Heute stehen zwei Elemente im Fokus unserer Betrachtung:

  • Einmal ist der Wein mit seinem geschichtlichen und gesellschaftlichen Umfeld zu nennen.
  • Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt aber heute Ihnen, Frau Schoene, und Ihren Verdiensten um die deutschsprachige Weinliteratur.

Würdigung der Verdienste von Renate Schoene

Sehr geehrte Frau Schoene, seit 40 Jahren arbeiten Sie mit außergewöhnlich großem persönlichem Einsatz an der "Bibliographie zur Geschichte und Kultur des Weines" und haben eine wertvolle Dokumentation der Tradition des deutschen Weinbaus erstellt, die als weinbauliche Fachbibliographie weltweit einzigartig ist.

Von Anfang an haben Sie Ihre Bibliographie als hochwertige Datensammlung konzipiert und die wichtigen Elemente "Autopsie" und "Besitznachweis" konsequent berücksichtigt. Sie haben die Schriften erst dann aufgenommen, wenn Sie die Bücher und deren bibliographische Angaben mit eigenen Augen überprüft hatten. Der damit verbundene ungeheure Aufwand hat sich gelohnt, da Ihre Bibliographie sich heute durch Präzision und hohe Zuverlässigkeit auszeichnet.

Die erste Auflage Ihrer Weinbibliographie erschien im Jahr 1976. Darin sind weit mehr als 6.000 Bücher aufgeführt. Die zweite Auflage im Jahr 1988 umfasste bereits annähernd 15.000 Werke.

Inzwischen haben Sie ihre Bibliographie sowohl durch die Kontaktaufnahme zu unserem Ministerium und zur Zentralstelle für Agrardokumentation als auch über die Nutzung der modernen Informationstechnik erheblich ausgebaut und einem großen Nutzerkreis zugänglich gemacht.

Im Jahr 2003 konnte Ihre Weinbibliographie unter dem Kurznamen "Schoene3" als Datenbank im Internet zur Verfügung gestellt werden, einschließlich entsprechender Suchfunktionen. Diese Datenbank umfasst heute mehr als 26.000 Titel.

In der aktuellen Version der Datenbank gibt es auch Links auf Schriften, die im Internet veröffentlicht sind. Auf diesem Weg findet der Nutzer nicht nur die "Fundstelle", sondern mit einem einfachen Mausklick auch den Volltext vieler Werke. Die "Schoene3" erreicht damit eine neue Qualität, die dem Nutzer weit mehr Informationen bietet als herkömmliche Bibliographien.

Diesen Erfolg belegen auch die hohen Nutzerzahlen der "Schoene3": Seit dem Jahr 2004 haben mehr als 420.000 Nutzer die "Schoene3" besucht und über 900.000 Seiten aufgerufen.

Ich sehe in der "Schoene3" ein Informationsangebot, das für eine anspruchsvolle Beschäftigung mit dem Thema "Wein" seinesgleichen sucht. Die dargestellte Literatur bezieht sich auf Weinbau, Önologie, Historie, Weinbaupolitik und sogar auf Weinrecht und Weinsteuern. Der Kreis der Interessierten schließt Wissenschaftler, Weinerzeuger, Weinkenner und Weinkonsumenten gleichermaßen ein. Insgesamt wird auch durch Ihr Werk der Wein als wichtiger Bestandteil unserer Kultur gewürdigt. Die Schoene3 dient damit allen Menschen, in deren Leben der Wein eine Rolle spielt und die ihr Wissen um den Wein vertiefen möchten.

Sehr geehrte Frau Schoene, was vor 40 Jahren im Zusammenhang mit einer Ausstellung in Bonn begann, ist nun zu einer weltweit einzigartigen Informationsquelle für Weinliteratur geworden.

  • Es gab Ideengeber und Anreger, zum Beispiel Professor Weiling,
  • es gab und gibt vielfältige Unterstützung, vor allem durch die Gesellschaft für Geschichte des Weines, das Deutsche Weininstitut und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung,
  • die eigentliche Leistung aber haben Sie, Frau Schoene, vollbracht. Sie haben mit enormem Fleiß und bewundernswerter Beharrlichkeit ein großartiges Lebenswerk geschaffen, das den Weininteressierten die gesamte deutschsprachige Weinliteratur seit 1471 verfügbar macht.

Ich freue mich, Ihnen die Professor-Niklas-Medaille in Silber verleihen zu dürfen, mit der Ihre hervorragenden Verdienste gewürdigt werden.

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