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"MUNDUSvini" im Zusammenhang mit Weinbaupolitik

Rede zum Auftakt der Verkostung für den internationalen Weinpreis "MUNDUSvini"

Datum:
27.08.10
Ort:
Neustadt an der Weinstraße
Redner:
Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

ich denke, das ist die angemessene Begrüßung für Weinexperten, die schon morgens früh um 8:00 Uhr Weine objektiv beurteilen können.

Es ist schön zu sehen, dass es solche Menschen fast auf der ganzen Welt zu geben scheint. Jedenfalls in Afrika, Nord- und Süd-Amerika, Asien, Australien und Neuseeland und "last but not least" in Europa. Es fehlen also nur noch Verkoster aus der Antarktis. Seien Sie unbesorgt. Das verstößt nicht gegen die strengen Statuten der Internationalen Organisation für Rebe und Wein.

Die Jury muss zwar international besetzt sein und die Herkunft der Jurymitglieder sollte zudem geographisch breit gestreut sein. Eine Forderung, dass alle Kontinente der Erde in der Jury vertreten sein müssen, lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Als Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz befasse ich mich intensiv auch mit Fragen der Weinbaupolitik.

Blick in den Verkostungssaal Verkostungssaal des internationalen Weinwettbewerbs MUNDUSvini, Quelle: MUNDUSvini, Ralf Ziegler

Ich freue mich daher ganz besonders, Sie als Weinsachverständige zur Eröffnung der Verkostung für MUNDUSvini begrüßen zu dürfen und Sie auf die vor Ihnen liegende Aufgabe einzustimmen.

Die Bilanz von "MUNDUSvini" kann sich sehen lassen. Kurz gesagt: Es ist eine Erfolgsgeschichte.

Die Zahl der angestellten Weine ist seit der erstmaligen Ausrichtung im Jahr 2001 auf nunmehr rund 6.000 Weine angewachsen. Es kann daher kein Zweifel daran bestehen, dass Ihre Expertise gefragt ist.

Um zu verdeutlichen, wie sehr sich der Stellenwert Ihrer Expertise seit der erstmaligen Durchführung des Weinwettbewerbs geändert hat, erlauben Sie mir bitte einige erläuternde Sätze:

In der Europäischen Union besteht ein dichtes Regelwerk, in dem der Weinbau vom Anbau der Trauben über die Weinherstellung bis zur Etikettierung der Weine geregelt wird. Wir sprechen hier von der EU-Weinmarktordnung.

Bei der erstmaligen Ausrichtung von MUNDUSvini im Jahr 2001 schrieb die EU-Weinmarktordnung noch vor, dass in der Etikettierung der Weine mit einer Auszeichnungen nur dann geworben werden darf, wenn die Auszeichnung auf einem anerkannten Weinwettbewerb errungen worden war. Die Anerkennung konnte von einer Stelle innerhalb oder außerhalb der EU vorgenommen werden. Maßgeblich war jedenfalls die Anerkennung. Diese Anerkennung erfolgte für MUNDUSvini im Jahr 2003.

Die EU-Weinmarktordnung wurde im Jahr 2007 reformiert. Mit dieser Reform entfiel die Vorschrift über die staatliche Anerkennung von Weinwettbewerben. Das heißt, vom Grundsatz her darf heute mit jedweder Auszeichnung geworben werden.

Sie werden mir sicher zustimmen, dass sich in diesem Umfeld nur solche Auszeichnungen bewähren, mit denen eine ehrliche und aussagekräftige Qualitätsbewertung verbunden ist.

Denn diese Qualitätsbewertung wünscht sich der Weinkunde, der einen "ausgezeichneten" Wein kauft.

Diese Qualitätsbewertung wünscht sich auch der Fachhändler, wenn er seinen Weinlieferanten bittet, seine Weine in einem Wettbewerb anzustellen.

Und auch der Weinerzeuger, der natürlich hofft, dass alle seine Weine ausgezeichnet werden, wünscht sich letztlich eine objektive Qualitätsbewertung.

Die OIV-Norm für internationale Wettbewerbe für Wein und Spirituosen weinbaulichen Ursprungs bietet einen weltweit abgestimmten Rahmen und eine Reihe von Handlungsanweisungen für die Durchführung von internationalen Weinwettbewerben. Die Existenz und die Einhaltung solcher Normen sind für eine internationale Qualitätsbewertung unverzichtbar.

Sie, verehrte Expertinnen und Experten, Sie nehmen eine solche Qualitätsbewertung hier und heute vor. Sie als Gremium vergeben eine Auszeichnung oder verwehren sie.

Die Jury bei MUNDUSvini hat sich bewährt. Das sieht man allein daran, dass etwa 1.300 Ansteller Ihrer Expertise vertrauen. Ich bin sicher, dass Sie auch in diesem Jahr eine überzeugende Auswahl treffen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen viel Erfolg und natürlich auch Freude an Ihrer Arbeit.

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