Zusammenwirken von peb und IN FORM
Parlamentarischer Abend der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb)
- Datum:
- 25.02.10 18:30
- Ende:
- 25.02.10 20:00
- Ort:
- Parlamentarische Gesellschaft, Berlin
- Redner:
- Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner
Es gilt das gesprochene Wort!
Anrede,
ich freue mich, heute Abend die Gelegenheit zu haben, Sie im Rahmen des Parlamentarischen Abends der Plattform Ernährung und Bewegung (peb) begrüßen zu dürfen.
Die Bedeutung von gesunder Ernährung und Bewegung wurde lange Zeit unterschätzt oder aber nicht erkannt. Die Folgen erleben wir heute mit einem steigenden Anteil übergewichtiger und adipöser Menschen.
Entstehung peb und IN FORM
Ich selbst begleite dieses Thema bereits seit meinem Einzug in den Bundestag. Daher kenne ich auch die verschiedenen Ansatzpunkte, an denen wir tätig werden müssen, um eine nachhaltige und dauerhafte Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten zu erreichen. Dazu gehört auch die peb mit ihrem Gründungsauftrag, sich für einen gesunden Lebensstil bei Kindern und Jugendlichen einzusetzen und der Entstehung von Übergewicht vorzubeugen.
Eine nachhaltige Änderung kann aber nicht nur Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen – sie muss weiter gehen. Daher wurde 2008 der Nationale Aktionsplan "IN FORM- Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" vom Bundeskabinett beschlossen. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Initiative des Bundesernährungs- und des Bundesgesundheitsministeriums. Angesprochen sind damit alle Bevölkerungsgruppen, ob klein ob groß, ob jung ob alt. Das Spektrum deckt die Phase ab der Planung der Schwangerschaft bis hin zu den Seniorinnen und Senioren ab. Denn auch für die betagten Bevölkerungsgruppen spielt eine ausgewogene und an die Bedürfnisse angepasste Ernährung eine besondere Rolle.
Mit "IN FORM" vereinheitlichen wir Empfehlungen zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten, gute Projekte werden bekannt gemacht, Akteure vernetzt sowie dauerhafte Strukturen zur Erleichterung eines gesunden Lebensstils geschaffen. Zu nennen sind hier beispielsweise die Qualitätsstandards zur Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulbetrieben und Seniorenheimen. Aber auch Ernährungsbildung steht im Vordergrund von IN FORM. So lernen beispielsweise Grundschülerinnen und Grundschüler im Rahmen des Projekts "aid-ernährungsführerschein" die Ernährungspyramide kennen und üben den Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten. Wer am Ende des Projekts die praktische und schriftliche Prüfung besteht, erhält den sog. aid-Ernährungsführerschein.
Da sich eine Änderung des Lebensstils nicht kurzfristig bewirken lässt, wurde für IN FORM eine Laufzeit bis 2020 angesetzt. Bis dahin sollte es uns gelingen, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Zusammenwirken von peb und IN FORM
In der Zwischenzeit hat sich die Plattform Ernährung und Bewegung zu einem Verein mit über 100 Mitgliedern entwickelt. Sie hat Akteure zusammen gebracht und verschiedene Projekte durchgeführt, zum Teil mit finanzieller Beteiligung des BMELV. Die peb hat sich inzwischen neu orientiert hin zu verstärkter Netzwerkbildung und den daraus resultierenden Maßnahmen. Die Plattform ist somit auf einem guten Weg. Diesen Weg hat das BMELV bis heute aktiv begleitet durch die Mitarbeit im geschäftsführenden sowie im erweiterten Vorstand. Aus meiner Sicht hat sich die peb nun so weit entwickelt, dass sie diesen Weg alleine weiter beschreiten kann, d.h. ohne Einbringung des BMELV in die Vorstandstätigkeiten.
Dies bedeutet jedoch keineswegs eine Abkehr des BMELV von den gemeinsamen Zielen, eine gesunde Lebensweise voran zu bringen. Politik und Wirtschaft sollten hier weiter an einem Strang ziehen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Und so sehe ich die Zusammenarbeit von peb und IN FORM auch in der Zukunft: peb ist Partner von IN FORM. Dies bedeutet im Einzelnen:
- Peb bleibt weiterhin eingebunden in die Strukturen von IN FORM, das heißt beispielsweise in der Steuerungsgruppe und im Expertenbeirat von IN FORM.
- Peb kann sich wie bisher, über die Projektförderung des BMELV einbringen und
- wir bleiben selbstverständlich weiter Mitglied in der peb.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich über diesen Weg auch das Profil von peb weiter schärft. In der Eigenständigkeit der peb, die durch unsere Entscheidung betont wird, liegt die Chance, verstärkt von einem eigenen fachlichen Standpunkt aus das gesellschaftliche Problem des Übergewichts zu adressieren. Denn uns ist daran gelegen, mit möglichst vielen einander ergänzenden Ansätzen – resultierend aus den jeweiligen Stärken - das gemeinsame Ziel zu erreichen. Nur so können wir erfolgreich sein.
Schluss
Meine sehr geehrten Damen und Herren, gesunde Ernährung geht uns alle an! Und mehr Bewegung tut uns auch gut.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen spannenden und erfolgreichen Abend.

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