Fragen und Antworten zu BSE: Tierfutter
- Weshalb ist die Verfütterung von Tiermehl an alle lebensmittelliefernde Tiere in Deutschland verboten?
- Welche Regelungen gab es für die Tiermehl-Verfütterung bisher?
- Welche Tiermehle dürfen in Heimtierfuttermitteln eingesetzt werden?
- Kann Hunde- und Katzenfutter BSE-Erreger enthalten?
- Ist die Übertragung von BSE auf Hunde und Katzen möglich?
Weshalb ist die Verfütterung von Tiermehl an alle lebensmittelliefernde Tiere in Deutschland verboten?
Die Verfütterung von Tiermehl an Rinder gilt als ein Übertragungsweg des BSE-Erregers. Da eine Verunreinigung von Futtermitteln mit Tiermehl, z.B. bei Transport, Lagerung oder Verarbeitung nicht auszuschließen ist, wurde die Verfütterung von Tiermehl und anderen Proteinen von warmblütigen Landtieren aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes an landwirtschaftliche Nutztiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, verboten. Das Verbot umfasst auch Tierfette, da Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit in Bezug auf BSE-Erreger nicht ausgeräumt sind. Die entsprechende Regelung ist am 2. Dezember 2000 in Kraft getreten. Seit dem 1. Januar 2001 gilt auch EU-weit ein Verfütterungsverbot für Tiermehl an alle lebensmittelliefernden Tiere.
Welche Regelungen gab es für die Tiermehl-Verfütterung bisher?
EU-weit ist die Verfütterung von aus Säugetiergewebe gewonnenen Futtermitteln an Wiederkäuer seit Juni 1994 verboten. Deutschland hat ein entsprechendes Verbot bereits im März 1994 erlassen. Im Vereinigten Königreich wurde im Juli 1988 ein Verbot der Verfütterung von Tiermehlen an Wiederkäuer erlassen. Seit 1990 durfte kein Risikomaterial zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden. Allerdings wurden diese Verbote über Jahre hinweg nur unzureichend überwacht, so dass weiterhin Tiermehle auch an Wiederkäuer verfüttert wurden. Im August 1996 folgte dann ein generelles Verbot der Tiermehlverfütterung an Nutztiere. Ein spezielles Überwachungsprogramm dient dazu, die Einhaltung dieses Verbots sicherzustellen. Ebenfalls 1990 wurde der Export von Tiermehlen aus Großbritannien verboten. Deutschland hatte bereits seit Mai 1989 die Einfuhr von Tiermehl aus dem Vereinigten Königreich nicht mehr genehmigt.
Welche Tiermehle dürfen in Heimtierfuttermitteln eingesetzt werden?
Nach geltendem Futtermittelrecht ist die Verwendung von Tiermehl und sonstigen tierischen Erzeugnissen zwar zulässig. Aufgrund einer seit längerer Zeit bestehenden freiwilligen Vereinbarung der Heimtierfuttermittelindustrie werden grundsätzlich keinerlei Produkte von Tierkörperbeseitigungsanstalten in Heimtierfuttermitteln verwendet, sondern nur solche Rohstoffe, die von Schlachttieren stammen, die als tauglich für den menschlichen Verzehr beurteilit wurden.
Kann Hunde- und Katzenfutter BSE-Erreger enthalten?
Vor dem Hintergrund, dass Risikomaterialien wie Gehirn und Rückenmark von Rindern, Schafen und Ziegen im Rahmen der Schlachtung entfernt und verbrannt werden müssen, diese Rohmaterialien für die Herstellung von Hunde- und Katzenfutter also nicht zur Verfügung stehen, ist praktisch auszuschließen, dass Hunde- und Katzenfutter BSE-Erreger enthalten. Genaue Auskunft über die Zusammensetzung ist bei den Produzenten zu erhalten.
Ist die Übertragung von BSE auf Hunde und Katzen möglich?
Bei Hunden wurden bisher keine Erkrankungen beobachtet, wohl aber bei Katzen in Großbritannien.

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