Zum Quotenausstieg sehe ich keine realistische Alternative!
- Datum:
- 28.12.09
Bundesministerin Ilse Aigner geht fest davon aus, dass die Milchquote 2015 definitiv auslaufen wird. Es werde dann auch keine anderen staatlich unterstützten Steuerungssysteme geben, sagte die Ministerin im aktuellen top agrar-Interview. "Ich erkenne dafür momentan weder bei den Landwirten, noch bei den Bundesländern oder auf europäischer Ebene Mehrheiten."
Quelle: aid infodienst, Peter Meyer
Bundesministerin Ilse Aigner räumte ein, dass es statt der geplanten sanften Landung zu einem dramatischen Markteinbruch auf dem Milchmarkt gekommen sei. Deshalb gebe es jetzt das Sonderprogramm Landwirtschaft. Von der Kritik einiger Länder an der ungleichen Verteilung der Mittel hält die Ministerin nichts. Das Programm sei ausgewogen und wirke an den richtigen Stellen. Das Sonderprogramm sei allerdings nur eine Feuerwehrmaßnahme, um die aktuelle Krise zu bewältigen. Die strukturelle Anpassung der Milchviehbetriebe und Molkereien müsse weitergehen. Die Politik könne Wettbewerbsfähigkeit aber nicht verordnen. Molkereien und Landwirte müssten die Zügel selbst in die Hand nehmen.
Zur Kritik, dass das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Milcherzeuger und Veredlungsbetriebe mit sich bringe, sagte die Ministerin: "Bei schwankenden Märkten wird es in diesem Bereich zeitweise immer zu Verzerrungen kommen. Ich erinnere daran, dass wir den Bonus für Nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo-Bonus) erst vor einem Jahr umgestellt und durch den Güllebonus ergänzt haben, um die Wirtschaftlichkeit kleinerer Anlagen zu verbessern.
top agrar sprach mit der Ministerin außerdem über ihre Ziele bei der Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik nach 2013, Deutschlands Weg bei der Grünen Gentechnik und über neue Ansätze, Betriebe wetterfester gegen Preiskrisen zu machen.
- Interview mit:
- Bundesministerin Ilse Aigner
- Fragen von:
- top agrar

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